Renale Magnesium-Ausscheidung beim Rind als Indikator der Magnesium-Versorgung (Kemp 1983)


Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff, welcher beteiligt ist an der Aktivierung von Enzymreaktionen, der Modulation der Aktivität von Ionenkanälen, sowie synaptischen Übertragungsvorgängen. Bei einer Hypomagnesämie dominieren unter den funktionellen Störungen daher neurologische Ausfallserscheinungen (Sjolemma 1932), so die hypomagnesämische Tetanie bei Milchkühen, Schafen und Ziegen.


Die Magnesiumkonzentration im Urin ist ein wertvoller Parameter, da die Magnesiumkonzentration im Blut oft noch im unteren physiologischen Bereich gehalten wird, obwohl die Magnesiumversorgung schon unzureichend ist.


Bei der Magnesiumversorgung sollte stets ein Überschuss vorliegen, da nur dieser renal reguliert werden kann und eine ständige Zufuhr erforderlich ist, um aus dem verhältnismäßig kleinen Magnesiumpool im Extrazellulärraum den ständigen Bedarf für Milchsekretion, Transport in den Intrazellulärraum einschließlich Knochen, den Foetus und die endogene Sekretion in den Verdauungskanal zu decken.


Die Magnesiumabsorption erfolgt über zwei Transportmechanismen im Pansen und kann durch die gleichzeitige Aufnahme großer Kaliummengen negativ beeinflusst werden.


Eine ausreichende Magnesiumversorgung ist ein wichtiger Baustein zur Prophylaxe der Gebärparese, da eine unzureichende Magnesiumversorgung die Calciummobilisation aus dem Knochen erschwert (Sampson et al. 1983). Magnesium ist Bestandteil der Signalkaskade für die Regulation der Calciumkonzentration im Blut, da die Freisetzung von Calcium und die Synthese von Parathormon sowie die Bindung von Parathormon an seinen Rezeptor Magnesium erfordert (Goff, 2008).


Magnesium-Konzentration im Harn beim Rind als Indikator der Magnesium-Versorgung (Kemp 1983):


Über 100 mg/l bzw. über 4,40 mmol/l = ausreichende Mg-Versorgung


20-100 mg/l bzw. 0,87 - 4,40 mmol/l = marginal; u. U. nicht ausreichend


Unter 20 mg/l bzw. unter 0,87 mmol/l = gravierende Unterversorgung; Tetanierisiko


Quelle: Nutztierpraxis aktuell, 46/2013, Holger Martens, Institut für Veterinärphysiologie, FU Berlin

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