Diagnostik von Antioxidantien (AO) zur Unterstützung der Stoffwechselkontrolle

Im gesunden Organismus besteht ein Gleichgewicht zwischen fortlaufenden Reaktionen, die zum einen als prooxidative Vorgänge und zum anderen als antioxidative Vorgänge bezeichnet werden. Überwiegen die prooxidativen Vorgänge, d.h.sind im Organismus mehr Sauerstoffmetabolite als antioxidative Schutzmechanismen vorhanden, entsteht oxidativer Stress (HALLIWELL 2001).

Erhöhte Anforderungen an den Stoffwechsel werden selbst durch physiologische Vorgänge, wie Trächtigkeit, Geburt und Laktation gestellt. Dies erfordert ein ausgewogenes Verhältnis an prooxidativen und antioxidativen Stoffen, um eine Entstehung von oxidativem Stress zu verhindern (Fürll et. al. 1999). Oxidativer Stress muss aber nicht zwangsläufig auf einer Zunahme der oxidativen Prozesse beruhen, sondern kann auch auf einer Abnahme der antioxidativen Kapazität des Organismus basieren. Ein Mangel an Antioxidantien kann zu Gewebeschädigungen und einem geschwächten Immunsystem führen. Insbesondere im peripartalen Zeitraum spielt dies eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entstehung von Mastitiden, Nachgeburtsverhaltung, Gebärparese, Leberschäden oder auch Labmagenverlagerung und anderen entzündlichen Prozessen.

Eine Hemmung von Entzündungsprozessen verbessert durch die Einsparung von Energie und Nährstoffen auch die Leistung der Tiere und damit die Ressourceneffizienz (Ausnutzung von Nährstoffen für Wachstum und Milchproduktion).

Da eine Erfassung der Radikale aufgrund ihrer sehr kurzen Halbwertszeit im Organismus kaum möglich ist, haben sich verschiedene Methoden etabliert, um eine Aussage über den oxidativen Stress indirekt über eine Messung des antioxidativen Status zu geben (NOHL 1981, WINNEFELD 1996).

Die Bestimmung der enzymatischen antioxidativen Enzymsysteme Superoxiddismutase (SOD)/Katalase- System und das Glutathionperoxidase (GPX)-System, die Messung wasserlöslicher AO (ACW) und fettlöslicher AO (ACL) sowie die Ermittlung der Gesamtkapazität antioxidativer Stoffe durch die Trolox äquivalente antioxidative Kapazität (TEAC) kann somit wichtige Anhaltspunkte bei der Ursachenforschung der bedeutendsten Erkrankungen liefern.

Sprechen Sie uns zu Informationen hinsichtlich der diagnostischen Möglichkeiten gerne an!

 

Literatur

Fürll M, Sattler T, Dabbagh MN, Speilmann C, Fürll B. Ätiologie und Prophylaxe von Reperfusionsschäden. Dtsch Tierärztl Wschr. 1999;105:389-93.

Halliwell B. Role of free radicals in the neurodegenerative diseases: therapeutic implications for antioxidant treatment. Drugs Aging. 2001;18:685–716.

Neumann UF, Bronsch K, Schneider D. Beitrag zur optimalen Selenversorgung reproduzierender Sauen. J Vet Med A. 1989;36:175-87.

Winnefeld K, Sperschneider H, Thiele R, Peiker G, Klinger G. Antioxidantienstatus, Analytik und klinische Bedeutung. GIT Labor Medizin. 1995;18:355-7.

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